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Gebt alles!

Die Welt ist, wie sie ist. Aber wenn wir aufhören, unsere Talente zu verbuddeln, wird sie vielleicht ein bisschen besser.

 

Dauer: 15-20 Minuten

Teilnehmerzahl: 5-30

Alter: 12-18 Jahre

 

Benötigtes Material:

- eine große Kerze und Tücher für die Mitte

- Hefezopf (ohne Rosinen) und Laugengebäck

- zwei Teller

- Bibel

- das Lied „gebt alles“ von Cassandra Steen, sowie der Songtext in Kopie

- Meditationsmusik

 

Ziele:

- Die Minis beschäftigen sich mit ihren Talenten.

- Die Minis setzen sich mit den Widersprüchen des eigenen Lebens auseinander.

- Die Minis erhalten einen jugendgemäßen Zugang zu einem Evangeliumstext.

 

Vorbereitung:

Dieser Impuls lebt davon, dass das, was du sagst auch dich persönlich betrifft. Nimm dir daher Zeit für eine persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema und dem Inhalt des Impulses. So kommt das, was du sagst, nicht hohl und unpersönlich daher.

Die Stühle stehen im Stuhlkreis, in der Mitte steht die große Kerze zusammen mit der Bibel auf einem Tuch.

Schneide den Hefezopf in kleine, mundgerechte Stücke (ein Stück pro Mini), entferne das Salz vom Lau-gengebäck und schneide dies ebenso in mundgerechte Stücke; lege die jeweiligen Brotsorten auf ent-sprechende Teller.

 

Ablauf:

 

Ankommen

Die Minis betreten den Raum, dabei brennt die Kerze in der Mitte und es läuft ruhige Musik im Hinter-grund.

Begrüßung

 

Einstieg

Beschreibe, wie du die Welt wahrnimmst in ihrer Widersprüchlichkeit: Auf der einen Seite stehen Natur-katastrophen und unverschuldetes Leid von Menschen (z.B. wenn Kinder früh an Krebs erkranken). Auf der anderen Seite sehen wir uns einer wunderschönen Schöpfung gegenüber, in der wir leben dürfen.

Erkläre, dass sich dieser Widerspruch für uns Menschen zu Lebzeiten nie ganz auflösen wird. Führe dazu ein Symbol aus der jüdischen Tradition ein: süßes und salziges Brot.

 

Es gibt ein Ritual im Judentum, wonach zur Verdeutlichung dieser Widersprüchlichkeit beide Sorten Brot gleichzeitig gegessen werden. Beim Kauen ist lange sowohl das Salzige wie das Süße zu schmecken. Ähnlich wie bei der Realität, die wir Menschen immer wieder „schlucken“ müssen. Auch hier lösen sich die Widersprüche nicht einfach in Wohlgefallen auf.

Gib beide Teller mit den Brotstücken durch: Jeder Mini soll sich ein Stück salziges Brot und ein Stück süßes Brot nehmen, diese aber noch nicht essen.

Ihr esst nun gemeinsam das Brot. Lade die Minis ein, ganz bewusst einmal das Süße und das Salzige zu schmecken.

 

Das Evangelium von den Talenten Mt 25, 14-28

 

Führe den Gedankengang weiter, indem du den Minis mögliche Alternativen beschreibst:

- Man kann beginnen, den Kopf in den Sand zu stecken, denn „ändern kann man ja eh nichts!“

- Man kann so tun als ob nichts sei, sein Leben leben und sich einen feuchten Kehricht um das Leid anderer kümmern.

 

Stelle den Minis in der Botschaft des Evangeliums eine dritte, wohl die passendere Möglichkeit vor. Dazu liest du das Evangelium von den Talenten vor.

 

Nach dem Vorlesen des Textes kannst du kurz darauf eingehen:

- Gott will, dass wir etwas machen aus dem uns anvertrauten Reichtum: unserem Wissen, unse-ren Fähigkeiten, unseren Talenten.

- Unsere Aufgabe ist es, mit dem was wir haben etwas zu „erwirtschaften“, also etwas zu errei-chen.

- ein „schlechter Verwalter“ ist, wer zum Beispiel:

  -- jede Menge Grips hat, aber nicht bereit ist, anderen den neuen Mathe-Stoff zu erklä-ren.

  -- total musikalisch ist und Spaß hat am Musik machen, aber dieses Talent verkümmern lässt und sich nie Zeit dafür nimmt.

  -- viel Geld für einen neuen I-Pod, die neueste Wii-Konsole oder Klamotten ausgibt, aber anderen nicht an seinem Geld teilhaben lässt.

- Unsere Aufgabe ist es also, die Welt ein wenig heller zu machen mit dem, was wir können.

- wichtig dabei: Gott will nichts Übermenschliches von uns, sondern dass wir aus genau dem, was uns geschenkt ist, etwas machen. So wie der eine Diener ein Talent bekommt und der andere fünf.

 

„Gebt alles“ von Cassandra Steen

Spiel den Minis zum Abschluss das Lied „Gebt alles“ von Cassandra Steen vor. Diese interpretiert sozusagen den Text von den Talenten. So finden sich darin Aussagen wie „Schuster bringt uns das Handwerk wieder …. Trainer trainiert gekonnter“. Jeder Mensch hat die Aufgabe im eigenen Bereich zu wirken und Gutes zu tun. Geh auf konkrete Talente ein, die die Minis vielleicht haben und lade sie ein, diese ganz bewusst auszuprägen und für andere einzusetzen.

 

 

Methodenhinweis:

- Sehr authentisch kommt es rüber, wenn du beim Einstieg erzählst, welche Widersprüche in diesem Le-ben dich persönlich beschäftigen.

- Stell dich darauf ein, dass der Impuls zu Rede- oder Diskussionsbedarf führt. Das Evangelium von den Talenten führt oft zu ablehnenden Reaktionen, die Frage nach Widersprüchen im eigenen Leben geht je nach Lebenssituation sehr nah. Bedenk dies bei der Vorbereitung.

 

 

Von Daniel Dombrowsky

Eine Methode der Fachstelle Minis Freiburg, www.mehr-als-messdiener.de