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Ansichtssache

Wenn mein Wecker klingelt und ich zur Schule muss,

ärgere ich mich.

Wenn ich an Kinderarbeit denke,

bin ich froh, dass ich zur Schule gehen darf.

 

Wenn die Heizung kaputt ist und ich kalt duschen muss, ärgere ich mich.

Wenn ich an Millionen Menschen

ohne sauberes Wasser denke,

bin ich dankbar, dass ich überhaupt duschen kann.

 

Wenn ich im vollen Bus stehen muss, ärgere ich mich.

Wenn ich meinen Nachbarn im Rollstuhl sehe,

bin ich froh, dass ich stehen kann.

  

Wenn ich den langen Aufsatz schreiben muss, ärgere ich mich.

Wenn ich an vier Milliarden Analphabeten denke,

bin ich froh, dass ich schreiben kann.

 

Wenn in der Mensa die Pommes ausgegangen sind und ich Gemüse essen muss,

ärgere ich mich.

Wenn ich an zwei Milliarden Hungernde denke,

bin ich dankbar, dass ich Gemüse essen darf.

  

Wenn mein PC zu langsam ist, ärgere ich mich.

Wenn ich an all die Menschen ohne Strom denke,

bin ich froh, dass mein Rechner immerhin läuft.

 

 

 

Wenn Mama sagt, ich muss mein Zimmer aufräumen,

ärgere ich mich.

Wenn ich an die Slums denke,

bin ich dankbar, dass ich ein eigenes Zimmer habe.

 

Wenn ich mitten im Spielen aufhören und zum Ministrieren muss,

ärgere ich mich.

Wenn ich an Afghanistan denke, bin ich dankbar,

ohne Angst meinen Glauben leben zu können.

 

Wenn Papa im Stau steht und ich deshalb zum Training laufen muss,

ärgere ich mich.

Wenn ich an Kindersoldaten denke, bin ich dankbar, dass ich überhaupt Sport machen darf.

 

Wenn meine Eltern mir wieder eine Party verbieten,

ärgere ich mich.

Wenn mein Freund Benni vom Friedhof erzählt,

bin ich froh, dass ich meine Eltern noch habe.

 

Eigentlich geht’s mir richtig gut –

die meisten Kinder auf der Welt würden sofort mit mir tauschen, wenn sie könnten…

Warum fällt mir das erst beim Nachdenken auf?

Unser Reichtum ist wie die Ozonschicht: Man vermisst ihn erst, wenn er nicht mehr da ist.

 

 

Lieber Gott,

auch wenn manches nicht klappt in meinem Leben – 

hilf mir,

dass ich mich jeden Tag bewusst

über eine Kleinigkeit freuen kann!

 

 

Von Martin Fink