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Switch "Friedensgruß"

Friedensgruß – mehr als nur Shakehands

„Gebt einander ein Zeichen des Friedens und der Versöhnung!“ Heißt das: Vertragt euch, ob ihr wollt oder nicht? Ist das der Friedensgruß?

Nein! Friedensgruß ist Chill-out!

Switch-Out zum Ersten: KnallStill

Als Einstiegsspiel in die Gruppenstunde hampeln alle mit jedem Körperteil so wild sie nur können. Der Spielleiter zählt mit erhobener Hand von fünf rückwärts, 

dann hören alle auf. Einige Sekunden wirken lassen. Wie ist das? 

Alle in der Gruppe machen einen Riesenkrach, so laut sie können, ohne was zu zerstören. Wieder von fünf zurückzählen, dann ist es mäuschenstill. Wie hört sich die Stille an? 

Switch-Out zum Zweiten: Ansprüche

Einer setzt sich auf einen „heißen Stuhl“. Drum herum stehen alle anderen. Mindestabstand ein Meter, der wirklich eingehalten werden muss! Die Äußeren verkörpern Ansprüche, 

die an den in der Mitte gestellt werden. Jeder überlegt sich, welchen Anspruch er stellen kann, zum Beispiel einen Lehrer-Anspruch „Pass auf und mach mit!“, 

Großeltern-Anspruch: „Sei brav und besuch mich oft!“ oder Schokoladen-Anspruch „Kauf mich!“ …

Dann geht es los: Der Spielleiter dirigiert, in welcher Reihenfolge die Ansprüche sich zu Wort melden dürfen. Mal der, mal ein anderer. 

Langsam die Geschwindigkeit steigern und am Ende alle gleichzeitig fordern. Dann auch die Lautstärke hochschrauben. 

Auf ein vereinbartes Zeichen des Spielleiters hin ist schlagartig Ruhe. Wie hört sich das an? Wie fühlt es sich an? 

Und: Was kann euch in der Realität diese Ruhe verschaffen?

Switch-Out zum Dritten: Marionette

Einer stellt sich als Marionette zur Verfügung. An dessen Beine und Hände werden Marionetten-Leinen gespannt, die jeweils ein anderer Mini hält. 

Dieser verkörpert wiederum einen Anspruch (wie oben: Lehrer-Anspruch „Pass auf und mach mit!“, Großeltern-Anspruch: 

„Sei brav und besuch mich oft!“ oder Schokoladen-Anspruch „Kauf mich!“ …) 

Der Marionetten-Mini bekommt nun die Aufgabe, einen Weg durch den Raum zu gehen. Währenddessen versuchen ihn die Ansprüche mit Hilfe ihrer Leine vom Weg abzubringen: 

sie sprechen ihre Ansprüche aus und ziehen (vorsichtig) an ihrer Leine. Ab der Hälfte des Weges beginnt der Spielleiter nacheinander die Leinen mit einer Schere zu durchtrennen. 

Wie fühlt sich das an? 

Und: Wie kann ich in der Realität frei von Ansprüchen werden? 

Achtung: Diese Übung geht nur mit viel Vorsicht und Fingerspitzengefühl aller teilnehmenden Minis, verwende keine dünne Schnur, 

die sich in die Haut einschneiden kann und achte darauf, dass die Ansprüche dem Marionetten-Mini keine Schmerzen zufügen. Vereinbart vor Beginn der Übung ein Code-Wort 

(zum Beispiel „Abbruch“), mit dem der Marionetten-Mini die Übung sofort stoppen kann, wenn es für ihn zu viel wird! 

Switch-Out zum Vierten: Zerr-Bilder

Malt auf große Papierrollen Körperumrisse von euch. Um eure lebensgroßen Abbilder herum schreibt auf, was und wer an euch zieht und zerrt. Wenn ihr wollt, 

könnt ihr das Zerren durch aufgeklebte, gespannte Schnüre darstellen. Gestaltet wie ihr an dieser Stelle reagiert. Malt es an, klebt was drauf, … 

Ansprüche sind normal, manchmal aber auch bedrängend. Überlegt euch, welcher Satz euch genug Luft verschaffen könnte, zum Beispiel „Ich bin ich!“, 

„Ich darf sein, wie ich bin!“, „Ich bin okay!“ Schreibt ihn groß in euren Umriss rein. 

Switch-In: zur Ruhe kommen

Der Switch-In muss diesmal schon im Vorfeld etwas vorbereitet werden. Richtet in der Kirche eine Chill-out-Zone ein, mit Decken, Kerzen, Musik, 

… Es muss genügend Platz sein, damit alle bequem chillen können. 

Dann bringt eure Gruppe vor die Kirche. Spielt ein Spiel, das die Gruppe aufdreht und so richtig auspowert, zum Beispiel Faules Ei, das Atomspiel, 

… Wenn alle erholungsbedürftig sind, schickt sie in die Kirche. Jeder soll sich – jetzt in aller Ruhe – seinen Platz in der Chill-out-Zone suchen. Lasst alle zur Ruhe kommen. 

An dieser Stelle könnt ihr auch ganz bewusst das Lied „In deiner Gegenwart kommt mein Herz zur Ruhe“ von Albert Frey oder ein ähnliches Lied abspielen. 

Versammelt euch dann rund um den Altar, einer spricht dort folgendes Gebet: 

* Herr, du schenkst uns Ruhe, du schenkst uns Entspannung, schenkst Freiheit aus allen Zwängen, Luft zwischen den vielen Ansprüchen. Bei dir können wir sein, so wie wir sind.

* Herr, du schenkst uns Frieden. * 

Ihr könnt das Gebet auch erweitern und immer bei den Sternchen den Refrain des Liedes „Meine Zeit steht in deinen Händen“ singen. 

Dann schenkt euch gegenseitig den Frieden weiter, den euch Gott geschenkt hat: „Der Friede sei mit dir!“ 

Ihr könnt euren Minis auch vorschlagen, den Friedensgruß auf eine besondere Weise weiterzuschenken: ohne Worte, ohne Berührung, tief in die Augen schauen, … 

Abschluss: Friedensgruß ist mehr!

Hoffentlich konntet ihr erleben, wie im Friedensgruß Shakehands und Chill-out zusammenkommen. Im Hebräischen gibt es dafür den Begriff Shalom, 

im Deutschen haben wir leider kein passendes Wort. Aber Gottes Friede ist eine Wohltat, heißt, ganz entspannen, ganz Ich-Sein, ganz frei sein. Shalom leben. 

Denn es ist wirklich so: Gott lässt uns auch mal chillen – und ihr ladet andere dazu ein.