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Traumreise: Bella Italia

Material:

Musikplayer mit entsprechender Musik zum Entspannen (ggf. mit italienischen Klängen), bequeme und ungestörte, ruhige Örtlichkeit mit Decken und Kissen

Vorbereitung:

Traumreisen sind schöne, aber auch spezielle Reisen. Generell können bei allen Verfahren, die die Fantasie im Zustand der Entspannung anregen, bisher unterdrückte Emotionen oder Erinnerungen wachgerufen werden.

Sinn der Entspannung ist es ja auch, nicht „zwangsweise” zu denken, sondern seine Gedanken einfach fließen zu lassen, losgelöst von den üblichen Zwängen und Verpflichtungen des Alltags.

Im Einzelfall kann dies bei psychisch vorbelasteten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen auch zu unerwünschten Reaktionen führen. Deswegen ist es wichtig, 

euch als Gruppenleiter abzusprechen, ob ihr euch eine Traumreise für eure Gruppenstunde zutraut. Prinzipiell sind Traumreisen jedoch für 

alle Altersklassen und unabhängig vom Geschlecht geeignet. Wichtig ist jedoch eine gute Vorbereitungen – sowohl von euch als auch von den Gruppenkindern. 

Traumreisen und ähnliche Entspannungsübungen können im Einzelfall auch zu eher lächerlichen Situationen führen, wenn ihr Sinn und Zweck nicht näher erläutert wird. 

Wenn man nicht weiß, was auf einen zukommt, fällt es verständlicherweise schwer, sich zu entspannen. Wenn Traumreisen in Gruppen durchgeführt werden, kann schon das Schließen der Augen ein Problem sein, 

weil der Betreffende damit seiner Umwelt „ausgeliefert” ist. Hier ist eine stabile Vertrauensbasis nötig und eine entsprechende, wenn auch kurze Einführung sinnvoll. Eine altersgerechte Vorbereitung, 

sowie eine altersgerechte Aufbereitung der Traumreise sind empfehlenswert. 

Sorgt schließlich dafür, dass ihr euch mit eurer Gruppenstunde an einem Ort trefft, an dem Entspannung und Stille möglich sind und an dem man es sich bequem machen kann. Denkt auch daran, alle Störquellen

in der Umgebung auszuschalten, wie z. B. Handys oder Wecker. 

Als Gruppenleiter solltet ihr euch den nachfolgend abgedruckten Text zuvor gut durchlesen, damit ihr ihn ruhig und flüssig vortragen könnt.

Kleiner Tipp: Stellt euch ein Glas Wasser in die Nähe, um eure Stimme zwischendurch einmal „ölen“ zu können. Achtet ebenso darauf, genügend Pausen zu machen und euch für die Reise Zeit zu nehmen.

Habt ihr an alles gedacht, kann die Traumreise beginnen!

Einstiegsphase

Mache es dir so bequem und gemütlich wie möglich. 

Wenn du möchtest, kannst du deine Augen schließen.

Du bist ganz ruhig und hörst nur auf meine Worte. Alles andere ist für den Moment unwichtig. Du atmest tief ein und aus. Lass deine Gedanken einfach fließen. Du spürst deine Arme, wie sie langsam ganz entspannt da liegen. 

Von den Schultern bis zu den Fingerspitzen. 

Auch deine Beine entspannen sich. Dein ganzer Körper liegt ruhig und entspannt da, alle Muskeln sind träge und du liegst völlig entspannt da. Vielleicht spürst du auch, wie ein Teil deines Körpers angenehm warm wird. 

Nach und nach zieht diese Wärme durch deinen ganzen Körper – durch deinen rechten Fuß, das rechte Bein entlang bis hin zu deinem Bauch, 

auch durch deinen linken Fuß breitet sich eine wohlige Wärme weiter aus, durch dein linkes Bein bis sie im Bauch angekommen ist. Jetzt spürst du die Wärme in deiner rechten Hand, sie durchfährt deinen rechten Arm, 

deine linke Hand sowie deinen linken Arm, sie fließt über die Schulter, deinen Nacken, in den Kopf bis in die Nasenspitze und verteilt sich zunächst in dein rechtes und dann dein linkes Ohr. 

Dein ganzer Körper ist jetzt angenehm warm und völlig entspannt. Atme ruhig ein und aus. Ein – und – aus. Während du einatmest, nimmst du die Ruhe in dir auf. Beim Aus-atmen spürst du, 

wie die Ruhe durch deinen ganzen Körper strömt. Atme die Ruhe ein und lasse sie durch deinen ganzen Körper fließen.

Hauptteil

Stell dir vor, du bist in Italien. Schau dich langsam um. Wo befindest du dich? Am Meer? Oder in einer Stadt? Auf dem Land? Was siehst du? Wie ist das Wetter? Kannst du etwas spüren? Kannst du besondere Gerüche herausfiltern? 

An was erinnern dich diese Gerüche? Bist du allein unterwegs oder begleitet dich jemand? Schau dich eine Weile um! Was nimmst du wahr?

Wir nähern uns nun langsam der heiligen Stadt Rom. Was weißt du schon über Rom? Welche Orte hast du schon einmal besucht? Oder welche kennst du aus Büchern, Erzählungen oder aus dem Fernsehen? 

Wo möchtest du auf deinem Gang durch Rom unbedingt vorbei? Wie stellst du dir die ewige Stadt vor? Welche Erwartungen verbindest du mit der Stadt? Was gefällt dir besonders an ihr? Die Gebäude? Sehenswürdigkeiten? Das Essen? 

Die Sprache? Die Menschen? Die Atmosphäre? 

Stell dir nun vor, es ist gerade August 2018 – Romwallfahrt. Viele Ministranten aus ganz Deutschland sind hierher nach Rom gepilgert. Überall sind junge Menschen, die Gemeinschaft und Spiritualität erleben. 

Wie lebst du deinen Glauben auf dieser Wallfahrt? Was macht die Romwallfahrt für dich zu etwas Besonderem? Auf was freust du dich genau? Die Stadt? Das leckere Essen? Den Papst? 

Die vielen Begegnungen mit anderen jungen Ministranten?  

Das Motto der Wallfahrt lautet „Suche Frieden und jage ihm nach!“. Was ist Frieden? Wo gibt es Frieden? Warum gibt es dort Frieden? Was bedeutet Frieden für dich? Wo findest du Frieden in deinem Alltag? Wo findest du Frieden in dir? 

(Pause)

Zwischen den vielen Menschen und Eindrücken der Romwallfahrt erblickst du, ganz versteckt, den Eingang zu einer kleinen Kirche. Sie sieht unscheinbar aus. Der Putz bröckelt ein wenig. 

Du beschließt, hineinzugehen und öffnest die schwere Holztür.  

Erfrischend kühle Luft kommt dir entgegen. 

Du trittst ein und als sich die Tür hinter dir schließt, umfängt dich eine wohltuende Stille. Sonst ist niemand dort und du siehst dich um. Kannst du die Gemälde an den Wänden erkennen? Den steinernen Altar? Die Statuen, 

auf denen eine Staubschicht zu liegen scheint? Wie sehen sie aus? Schau dich in Ruhe um. Du hast Zeit. Gehst du ein paar Schritte durch die Kirche? Bleibst du stehen und schaust dich langsam um? 

Oder setzt du dich in eine der Kirchenbänke? Du atmest tief ein und die kühle, feuchte Luft durchdringt deinen Körper. Gönn dir nun einen Augenblick „Frei“-Zeit. Alles, was du hörst, ist dein leiser, regelmäßiger Atem. 

Deine Zeit in Italien neigt sich dem Ende zu. Du schaust dich noch einmal in der Kirche um, gehst wieder durch die Tür hinaus und unternimmst einen letzten Spaziergang durch Rom. Langsam kehrst du wieder hierher in den Jugendraum zurück.

Rückholphase

Deine Traumreise ist jetzt zu Ende. Du bist wieder im Jugendraum angekommen und ballst deine Hände. Strecke deine Arme aus und spanne alle Muskeln deines Körpers an. Recke und strecke dich, atme tief ein und aus. 

Kraft und Energie strömt durch deinen ganzen Körper. Spanne noch mal alle Muskeln deines Körpers nacheinander an und fühle dabei die Kraft und Energie in dir. Wenn du dich wach und stark fühlst, öffne deine Augen. 

Nachbereitung

Wenn alle Gruppenmitglieder wieder in der Gruppenstunde angekommen sind, könnt ihr anschließend noch ein Gespräch anbieten. Wer möchte kann berichten, wie er die Traumreise fand oder erzählen, wie er die Traumreise erlebt hat. 

Wichtig ist, dass niemand dazu gezwungen wird. Als kleinen Nebeneffekt könnt ihr die Erkenntnisse der Traumreise eventuell auch als Ideen für die Planung eures Aufenthaltes in Rom nutzen.