Menü Meta Schließen

Mein Leben als Fluss

Du brauchst:

Fotos von Flüssen

So geht’s:

Verteile die Fotos in der Mitte eines Stuhlkreises. Nimm mit deinen Minis Platz und lies den ersten Teil des Impulstextes:

„Flüsse finde ich beeindruckend. Sie machen so eine lange Reise. Dabei kommen sie durch ganz unterschiedliche Landschaften. Sie verändern sich immer wieder. Am Anfang geht es steil und wild bergab. 

Ganze Felsblöcke werden mitgerissen. Um sie herum stehen hohe Berge und steile Abhänge. Nach und nach wird das Gelände flacher und das Wasser ruhiger. Es geht durch Wiesen und Felder, 

mal geradeaus, mal in engen Kehren. Kleinere Bäche fließen in den Fluss. 

Dann verzweigt er sich wieder. Immer noch trägt er ganze Steine mit sich. 

Im Fluss wechseln sich ruhige Stellen ab mit kleinen Strudeln und Schwellen. 

Schließlich wird aus dem Fluss ein großer, mächtiger Strom, der sich langsam auf das Meer zubewegt. Die Felsen und Steine aus dem jüngeren Flussbereich werden zu kleinen Sandkörnern geschliffen, die am Ende im Meer landen.“

Fordere deine Minis auf sich je ein Foto auszusuchen. Lass ihnen dazu etwas Zeit. Lies dann weiter:

„Warum hast du dir dieses Foto ausgesucht? Passt es gerade zu deinem Leben? Hast du dir einen Wildbach ausgesucht, weil er wie du so lebendig und schnell ist? 

Hast du dir einen ruhigen Fluss bei Sonnenuntergang ausgesucht, weil du dich nach Ruhe sehnst?

Hast du dir das Bild einer Flusskehre ausgewählt, weil du auch gerade einen Bogen um ein Hindernis machst? Wenn dein Leben ein Fluss wäre, wie sähe der jetzt aus? Verläuft er gerade auf sein nächstes Ziel zu oder verläuft er in Bögen? 

Stehst du gerade vielleicht an einer Verzweigung, weil du eine wichtige Entscheidung treffen musst? Fließt dein Wasser wild mit Strudeln und reißt alles mit? Oder fließt es ganz ruhig und klar? Und wie verlief dein Lebensfluss bisher?

Welche Zuflüsse hast du mitgenommen? Liebe von deiner Familie, Gemeinschaft mit Freunden, Wissen aus der Schule? Was hat dich geprägt? Wann gab es wilde und wann ruhige Phasen? Gab es Hindernisse, wegen denen du nicht auf dem direkten Weg voran kamst? 

Gab es in deinem Fluss schon mal Hochwasser? Bist du über deine Grenzen hinausgegangen und hast dabei vielleicht auch andere verletzt? Konnte dein Wasser dafür auch Leben spenden? Konntest du anderen beim Wachsen helfen? Für wen warst du „Bewässerungssystem“?

Nimm dir Zeit in Ruhe über dein Leben nachzudenken. Wenn du nachher heimgehst, darfst du dein Bild mitnehmen. Häng es über deinen Schreibtisch oder stecke es an deinen Spiegel. Und wenn du es ansiehst, dann nimm dir immer wieder einen Moment Zeit um dich zu fragen: 

Wie läuft es gerade in meinem Leben? Bin ich damit zufrieden? Was kann ich ändern, damit mein Fluss wieder Fahrt aufnimmt?  Was kann ich tun, wenn es gerade zu rasant wird?“