Menü Meta Schließen

Gebetshaltung

Hast du dir schon mal überlegt, wie deine Aussagen und Gebete wirkungsvoller und authentischer rüberkommen können? 

Bei der Kommunikation spielen nicht nur die gesprochenen Worte eine Rolle. Dein Körper und deine Körperhaltung sind sehr bedeutend bei der sogenannten nonverbalen Kommunikation. Mit ihr bringen wir oft viel mehr Dinge zum Ausdruck, die unser Gegenüber wahrnimmt, wenn wir noch nicht einmal einen Satz gesprochen haben.

Ähnlich ist es im Gottesdienst, hier gibt es verschiedene Körperhaltungen oder besser gesagt, Gebetshaltungen, die wir im Gottesdienst beziehungsweise während eines Minidienstes einnehmen. Sie unterstützen den Ausdruck des gesprochenen Gebets und die Ehrfurcht vor Gott. Ihr kennt sicher Gebetshaltungen wie sitzen, stehen, knien oder liegen.

Gebetshaltungen, die wir im Gottesdienst einnehmen, sollen die innere Haltung des Betenden widerspiegeln.   Wenn wir beispielsweise zum Gebet vor Gott knien, bringen wir zum Ausdruck, wie klein wir sind. Durch eine Verneigung zeigen wir, dass wir Gott verehren und ihm dienen wollen. Je tiefer die Verneigung ist, umso mehr Ehrfurcht soll dies zum Ausdruck bringen. 

Dies galt auch schon so am königlichen Hof, je tiefer die Verbeugung, desto größere Ehrerbietung wurde dem König entgegengebracht. Das Zeichen der größten Demut ist die Niederwerfung (hinlegen). Ihr kennt diese Gebärde vielleicht von der Karfreitagsliturgie oder einer Priesterweihe. Das Niederwerfen soll die völlige Hingabe des Menschen in tief demütiger Ergebenheit an Gott symbolisieren und bringt genauso wie das Knien das Schuldbewusstsein des Menschen, sowie dessen Unwürdigkeit und Ohnmacht zum Ausdruck. Außerdem verkörpert die Niederwerfung die Inständigkeit und Dringlichkeit der vorgetragenen Bitten. Mehrfach werden in der Bibel Personen erwähnt, die sich vor Gottes Angesicht niedergeworfen haben. Bereits Jesus hatte dies nach dem letzten Abendmahl beim Gebet im Garten Gethsemane getan. 

Die meiste Zeit im Gottesdienst sitzen oder stehen wir jedoch. 

Das Sitzen ist das Zeichen aufmerksamen Zuhörens, das wie das Stehen aber nur dann eine liturgische Geste ist, wenn es nicht zum „rumlümmeln“ wird. Denn wir lehnen uns nicht einfach nur an weil wir nichts Besseres zu tun haben, sondern wir zeigen, dass wir bereit sind zum Handeln. Wir können sofort losgehen, wenn wir Gottes Auftrag empfangen haben!

Bei all diesen Gebetshaltungen ist es gut, sich einmal mit den Minis bewusst zu werden, wie diese Haltungen auf einen selbst und auf außen stehende Personen wirken. 

Es gibt dazu viele schöne Übungen, zum Beispiel im Buch „Switch“, dass  ihr im Buchdienst Wernau kaufen könnt. Probiert es einfach mal aus.

von Michael Kleemann