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Papierflieger - Challenge zwischen Himmel und Erde

Rund um das Thema „Papierflieger“ lassen sich viele Aktionen durchführen. Hier drei Bausteine, mit denen man leicht einen ganzen Tag einer Freizeit oder auch mehrere Gruppenstunden füllen kann:

1. Papierflieger falten und tunen

2. Flug-Training und Challenge

3. Impulse

  

  

1. Papierflieger falten und tunen

Das Geheimnis vorweg:

Zwei Dinge entscheiden, ob ein Flieger in die Luft oder ab in die Tonne fliegt. Zum einen braucht man ein gutes Modell (die Faltanleitung). Weit weniger bekannt ist, dass ein guter Flieger selten gleich beim ersten Wurf optimal fliegt. Er braucht eine Feineinstellung, das sogenannte Tuning.

  

Zum ersten Punkt - gute Modelle findet ihr unter anderem hier:

www.papierfliegerei.de

www.besserbasteln.de/Origami/papierflieger.html

www.tecnopedia.de/mintlehren/special/flieger/bastelanleitungen/

   

Fertig gefaltet heißt aber nicht flugfertig. Denn jetzt geht es ans Tuning.

Der Flieger wird zwei-, dreimal auf ein fünf Meter entferntes (gedachtes) Ziel am Boden geworfen. Dann gilt es die Flugbahn durch kleine Kniffs zu optimieren.

Hier die wichtigsten Tuningtipps:

  

Fehler: Der Flieger stürzt nach vorne ab. Er knallt mit der Nase auf den Boden.

Tuning „Nase hoch“:

Die Enden der Tragflächen (Höhenruder) nach oben biegen, so dass der Gegenwind den hinteren Teil runterdrückt. Denn Hintern runter heißt Nase hoch. Eine andere Möglichkeit ist es, die sogenannte „Bremse“ zu falten. Auch bei ihr pustet der Gegenwind das Hinterteil runter.

  

Fehler: Der Flieger „pumpt“ nach oben. Das heißt er fliegt in Kaskaden.

Tuning „Nase runter“:

Das ist einfach die Umkehrung von „Nase hoch“. Der Gegenwind muss den Hintern hochpusten. Die Höhenruder (Hinterkante der Tragflächen) müssen etwas nach unten gefaltet werden.

  

Fehler: Der Flieger fliegt nicht geradeaus, vielleicht sogar immer engere Kurven, bis er unsanft landet.

Tuning „Kurve“:

Am Ende des Rumpfes und/oder an den senkrechten Teilen der Tragflächen (Ohren) gegenlenken. Dann bringt der Gegenwind den Flieger wieder auf Kurs. Für eine Rechtskurve also leicht nach rechts biegen, sodass der hintere Teil nach links gedrückt wird. Alternativ: für eine Rechtskurve muss der Flieger die linke Tragfläche nach oben bringen, also Höhenruder auf der linken Seite runter und/oder auf der rechten hoch.

  

Jedes dieser Tunings kann auch bewusst gesetzt werden, wenn es zum Beispiel darum geht, Hindernisse zu umfliegen oder Kunstflüge zu gestalten.

  

Fehler: Der Flieger fliegt trotz mehrerer Korrekturversuche immer noch nicht richtig: Kommt vor!

Tuning:

Möglichkeit 1: Ab in den Papierkorb und einfach noch mal falten.

Möglichkeit 2: Einfach behaupten, dass das so sein muss, weil das ein ganz

spezieller Kunstflieger ist.

  

  

2. Flugtraining und Challenge

Es dauert eine Weile, bis man die unterschiedlichen Flugtechniken der verschiedenen Papierfliegerarten verstanden hat. Jeder Papierflieger erfordert auch eine andere „Abflugtechnik“. Also: üben, üben, üben…

  

Dann beginnt die Challenge. Diese hat drei verschiedene Disziplinen, die sich an den Flugeigenschaften der Flieger orientieren: Weitflug, Zielflug und Parcours. Die Teilnehmer können die Challenge entweder einzeln oder in Gruppen antreten.

  

Vor jeder Disziplin muss ausgewählt werden, mit welchem Papierflieger man antreten möchte. Manchmal sind auch mehrere erlaubt.

  

  

Als erstes steht der Weitflug auf dem Programm:

Gewertet wird dabei der Landepunkt, also die Stelle, an der der Flieger tatsächlich liegen bleibt. Wenn der Flieger dabei einen Looping macht und wieder zurück kommt – Pech gehabt!

  

Anschließend kommt der Zielflug an die Reihe.

Diese Disziplin könnt ihr nochmals in zwei Kategorien unterteilen: Im ersten Durchgang versuchen alle PilotInnen, ihren Flieger möglichst nah an die Landebahn zu steuern. Ihr müsst dazu vorher natürlich ausmachen, wo die Landebahn ist. J

Der zweite Durchgang bezieht sich auf die Flugphase: Durch Ringe fliegen, durch ein offenes Fenster, unter dem Tisch durch, … eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt

- außer der Hauswand oder dem Wind. Wer schafft es, seinen Flieger unter dem Stuhl und danach über den Tisch fliegen zu lassen?

  

Als letzte Disziplin könnt ihr einen Parcours absolvieren.

Je verrückter, desto besser! Das Ganze funktioniert nach dem Golf-Prinzip: Ihr startet an einem bestimmten Punkt und müsst ein entferntes Ziel erreichen, dabei wird gezählt, wie oft der Flieger neu losgeworfen werden muss. Hierbei kommt es darauf an, die „Qualitäten“ seines Fliegers zu kennen und zu nutzen: mit einem Wurf um die Kurve zu fliegen ist natürlich besser, als zwei mal gerade aus (gegen die Wand).

Wie viele Versuche braucht ihr, um ein ganzes Stockwerk zu durchqueren? Wer schafft es am schnellsten die Treppe nach oben?

  

  

3. Impulse

Als Abschluss eines Fliegertages kann ein Gottesdienst oder eine kleine Andacht das Thema aufgreifen. Auch hier ist vieles möglich. Einige Ideen zum Weiterdenken:

  

Falten als Gebet: Bunte Papiere liegen bereit. Das Falten des Papierfliegers erfolgt schweigend mit Hintergrundmusik. Jeder faltet in Gedanken seine Träume und Wünsche mit „in den Flieger hinein“. Anschließend gleichzeitig starten lassen. Wichtig ist, dass alle die Faltanleitung kennen. Ansonsten lieber vorher alle gemeinsam den Flieger unter Anleitung falten lassen und ihn dann in einer stillen Phase mit Träumen „bestücken“.

  

Bibeltexte: Der reiche Jüngling (Mt 19,16-26). Impulspredigt:
Nur wer loslassen kann, ist frei. Denn was ich - krampfhaft - festhalten will, hält mich selbst gefangen. Wer loslassen kann, kann fliegen. So ist es mit vielem im Leben: Das rechtzeitige Timing beim Loslassen ermöglicht das Gleiten. Sich (und andere) dem Wind (Gottes) anzuvertrauen macht es zwar unmöglich, genau zu sagen, wo man landen wird, aber fliegen kann man nur, wenn man sich diesem Abenteuer stellt.

  

Falten mit Textmeditation: Die Papiere sind mit den folgenden Texten bedruckt. Die Texte werden während des Faltens langsam vorgelesen.

  

  

Wie im Flug

  

Ich halte meinen Flieger in den Händen.

Ich werfe ihn los und er fliegt davon.

Ich fange ihn auf und er hält an.

  

Zeit kann man nicht greifen.

Nicht antreiben, wenn sie zu langsam ist.

Nicht bremsen, wenn sie zu schnell ist.

  

Sie vergeht.

Wie im Flug.

  

  

Ein Papier im Wind

  

Es lässt sich treiben

Fliegt hoch in den Himmel

Dreht weite Kurven

Und kehrt doch irgendwann

auf den Boden zurück.

  

  

Manchmal wünsche ich mir,

ich könnte fliegen.

  

Rasen wie ein Flugzeug

groß und stark

schnell von hier nach dort

  

Steigen wie ein Heißluftballon

langsam und ruhig

Stück für Stück weiter

  

Sinken wie ein Fallschirmspringer

frei und allein

auf den festen Boden zurück

  

Schweben wie ein Papierflieger

leicht und still

die Freiheit genießend

dem Himmel entgegen.

  

  

Von Sebastian Schmid und Rebecca Löhr