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Wintergedanken

Draußen ist alles grau und kalt. Ich ziehe meine Mütze tiefer und mache mich auf den Weg.
Ich beeile mich, um schnell wieder ins Warme zu kommen.
Seit heute Morgen sind immer mehr Wolken aufgezogen und es wird dunkler und dunkler.
Fast schon Nacht. Mit den Wolken kam ein eisiger Nordwind. Widerliches Wetter, denke ich
mir, so kalt und dunkel. Ich laufe noch etwas schneller, ziehe den Kopf ein.
Da plötzlich spüre ich etwas auf meiner Nase. Kalt und feucht. Ich hebe den Kopf und
schaue zum Himmel.
Eine zweite Schneeflocke segelt langsam herab und landet auf der Straße vor mir. Dann eine
dritte und eine vierte. Schnee! Endlich fängt es an zu schneien! Die nächste Flocke fange
ich mit der Zunge auf. Eine weitere landet auf meinem Ärmel. Ich betrachte sie kurz, bevor
sie schmilzt.
Unglaublich, dass jede Schneeflocke anders aussehen soll! Dabei muss es doch tausende
Schneeflocken geben! Millionen! Und sie sind so klein … Jede einzelne ein winziges Kunstwerk
aus gefrorenem Wasser.
Mein Gott, denke ich, mein Gott, du musst wirklich ein kreativer Künstler mit Liebe zum Detail
sein! Wenn du selbst jeder Schneeflocke ihre individuellen Eigenschaften mitgibst. Und
jede einzelne ist so wunderschön und scheint aus Stolz darauf vom Himmel herab zu tanzen.
Ich will dir genau so fröhlich danken, wie diese
Schneeflocken, Herr! Denn du hast mich ganz
individuell geformt, mit Liebe zu jedem Detail.
Du hast mir ein Gesicht geschenkt, das mich
von anderen unterscheidet. Und du hast mir
ganz besondere Fähigkeiten mitgegeben, meine
Talente. Mit diesen Talenten kann ich dich
loben und dir danken. Und das will ich heute
ganz bewusst tun!
 
 
von Rebekka Breuer