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Der barmherzige Vater

Impuls: Der barmherzige Vater
 
 
Vorbereitung
In der Mitte legst du bereits vor der Andacht den Weg des jüngeren Sohnes (etwa wie auf dem Foto):
• Heimat/Haus des Vaters (Beginn und Ende des Kreislaufes
• Partyleben (führt weg von der Heimat)
• dunkle Zeit bei den Schweinen (in der weitesten Entfernung zur Heimat)
• Weg der Buße (der zurück in die Heimat, zum Haus des Vaters führt)
 
Diese verschiedenen Stationen kannst du mit Symbolen kennzeichnen.
 
 
Ablauf
Im folgenden wird nun der Text des Evangeliums von einem Mini vorgelesen. Ein zweiter „unterbricht“ den Text an den gekennzeichneten Stellen mit Fragen und/oder einer Aktion, die zum Nachdenken anregen sollen.
So geht ihr den Weg des Sohnes mit: weg vom Vater und wieder zurück.
 
Evangelium Teil 1 (Lk 15,11-32)
In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern folgendes Gleichnis:
Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf. Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen.
 
Unterbrechung 1
Es gibt etwas, das den Sohn reizt, das ihn wegzieht von der Sicherheit im Vaterhaus.
 
Impulsfragen, in Stille überlegen:
• Was zieht mich „weg vom Vater“, das heißt „weg von Gott“?
• Was meine ich zu verpassen?
 
 
Evangelium Teil 2
Als der jüngere Sohn alles Vermögen durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land und es ging ihm sehr schlecht. Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten. Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon.
 
Unterbrechung 2
Der Sohn bei den Schweinen ist so weit von seinem Vater entfernt, wie es nur geht. Sozusagen in der absoluten Gottesferne.
 
Impulsfragen, zunächst in Stille überlegen:
• Was sind die Situationen, in denen ich weit weg von Gott bin?
• Was sind die Seiten an mir, die ich nicht mag?
• Seiten an mir, die ich anderen ungern zeige? Die ich vor Gott verbergen möchte?
 
Die Antworten auf diese Fragen kann jeder Mini auf ein Stück Papier schreiben und zusammenfalten (niemand anderes wird dies lesen!).
 
 
Evangelium Teil 3
Da ging der jüngere Sohn in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen und ich komme hier vor Hunger um. Ich will aufbrechen und  zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner. Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von weitem kommen und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein. Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand und zieht ihm Schuhe an. Bringt das Mastkalb her und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern.
 
Unterbrechung 3
Mit all den dunklen Seiten wird der Sohn von seinem Vater so freudig empfangen. Mit all den dunklen Seiten werden auch wir von Gott empfangen.
 
Impulsfragen:
• Wie fühlt sich dieser Empfang an?
• Was sagt mir diese Bild über Gott?
 
Jeder Mini darf sich eine Bildkarte aussuchen, die das Gefühl eines solchen Empfangs am besten beschreibt. Du kannst hier darum bitten, dass alle oder wer mag, etwas zu seinem Bild sagt: Warum habt ihr das gewählt? Was sagt es für dich über Gott aus? Wichtig: Niemand muss etwas sagen! Und das ist einfacher, je vertrauter ihr in der Gruppe miteinander seid. Klebt zum Schluss euer Papier aus der Station zuvor auf das „Gottesbild“: Das eine gehört zum anderen und auch mit den dunklen Seiten seid ihr von Gott angenommen und geliebt.
 
Barmherzigkeit beginnt bei jedem selbst im Herz: Gott liebt mich so wie ich bin – auch mit meinen Fehlern. Erst wenn ich diese Barmherzigkeit selber erfahren habe, wenn ich zu mir selber barmherzig sein kann, dann kann ich auch zu anderen Menschen barmherzig sein.
 
 
 

 
 
von Christina Reich (aus:[a'ha:] 1-2016)