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Welt fairändern?

Dauer: 60 Minuten
Teilnehmerzahl: 3-15
Alter: 9-14 Jahre

Benötigtes Material:
• „Du schreibst Geschichte“ (Madsen) auf CD oder vorgespielt von Youtube
• CD-Player, Boxen
• eine alte Jeans
• eine Weltkarte
• eine Pinnwand, Pinnnadeln
• farbige Schnur
• Plakat
• Eddings
 
Vorbereitung:
Stelle einen Stuhlkreis und baue die Technik für das Lied auf.
 
Ablauf:
Einstieg mit dem Lied „Du schreibst Geschichte“
• Spiele den Minis das Lied „Du schreibst Geschichte“ von Madsen vor.
• In einer Einführung in die Gruppenstunde weist du auf Folgendes hin:
• Wir trauen uns oft nicht zu, dass wir etwas in der Welt verändern könnten.
• Es wäre auch eine Überforderung, wenn wir alleine die Welt besser machen wollten.
• Aber – darum geht es heute – wir sind nicht ohnmächtig sondern jede/r von uns kann in kleinen Dingen Gutes tun.
 
Die Produktionswege einer Jeans
• Lege die Jeans in die Mitte und bitte einen Mini nachzusehen, wo diese laut Label herkommt.
• Erkläre, dass eine Jeans einen sehr langen Weg zurücklegt, bis sie im Laden landet.
• Ihr markiert gemeinsam mit den Nadeln auf der Weltkarte die einzelnen Stationen in der Produktion einer Jeans. (Die Stationen stehen im Anhang.)
• Ihr spannt anschließend die Schnur von Station zu Station und du lässt die Minis schätzen, wie viele Kilometer die Jeans zurückgelegt hat. (Oft sind es Transportwege von 50.000 bis 60.000 km.)
 
Die Jeans als Beispiel für Ungerechtigkeiten in einer globalen Welt
• Sammle mit den Minis die Beteiligten, die an einer Jeans verdienen und lasse sie schätzen, wer wie viel an einer Jeans verdient.
• Anschließend sagst du den Minis, wie sich der Jeanspreis tatsächlich zusammen setzt. Zur Veranschaulichung malst du dies auf die alte Jeans. (1 % Lohn für alle an der Produktion beteiligten Arbeiter/innen; 11 % Transportkosten und Gebühren wie Zölle, Steuern; 13 % Materialkosten; 25 % Markenfirma für Entwicklung, Design, Verwaltung und Werbung; 50 % Einzelhandel – Geschäftsgewinn, Verwaltung, Ladenmiete, usw.)
 
Ich schreibe Geschichte
• Lass die Minis sammeln, welche Produkte sie noch kennen, in denen die Produzenten nicht gerecht entlohnt werden, ungeschützt Umweltgiften ausgesetzt sind oder unter unfairen Bedingungen arbeiten müssen. Dabei muss der Blick nicht in Entwicklungsländern bleiben. Produkte können sein:
• Kaffee (Ausbeutung der Kaffeebauern)
• Schokolade (Ausbeutung der Kakaobauern)
• Handys (Für deren Produktion wird zum Beispiel Coltan verwendet, ein Erz, das im Bürgerkrieg in der Demokratischen Republik Kongo den Konflikt zusätzlich anheizt.)
• Milchprodukte (Auch Milchbauern in Deutschland erhalten oft keine fairen Preise.)
• …
• Unterhaltet euch darüber, wie die Minis im Alltag kritisch konsumieren können. Wo sie Einfluss auf den Kauf von Lebensmitteln haben und wie sie diesen Einfluss geltend machen können.
• Zum Abschluss hört ihr euch das Lied „Du schreibst Geschichte“ noch einmal gemeinsam an.
 
Varianten:
Die Produktionswege einer Jeans können auch online verfolgt werden. Wenn ihr Internet-Zugang habt, ist dies eine mögliche Variante: http://www.globalisierung-online.de/CD_Demo/modul_jeans/
 
Weiterführende Hinweise:
Viele Informationen bekommst du auch im Internet. Hier nur eine kleine Auswahl interessanter Websites:
Allgemein zum fairen Handel:
www.kritischer-konsum.de
www.fairtrade-deutschland.de
www.gepa.de
www.fair-feels-good.de
 
Seiten mit fair gehandelter Kleidung:
www.zuendstoff-clothing.de
www.armedangles.de
 
Anhang:
 
Stationen der Jeansherstellung:
Diese Stationen sind exemplarisch. Das bedeutet, dass nicht jede Jeans genau diese Stationen durchläuft.
 
1. Kasachstan:
Auf großen Plantagen wächst die Baumwolle. Sie wird vor Hand oder mit Maschinen geerntet und anschließend in die Türkei versandt.
 
2. Türkei:
Hier wird die Baumwolle in Spinnereien zu Garn gesponnen.
 
3. Taiwan:
Aus dem Garn wird in den taiwanesischen Webereien der Jeansstoff hergestellt.
 
4. Polen:
Hier wird die Indigofarbe (blau) zum Einfärben des Stoffes produziert.
 
5. Tunesien:
Hier werden Garn und Jeansstoff eingefärbt.
 
6. Bulgarien:
Hier erfolgt die „Veredlung“ des fertigen Jeansstoffs. Das heißt, er wird weich und knitterarm gemacht.
 
7. China:
Jetzt erst wird die Jeans zusammen genäht. Die Knöpfe und Nieten dazu kommen aus Italien, der Futterstoff aus der Schweiz.
 
8. Frankreich:
 
Die Jeans erhält den letzten Schliff. Sie wird gewaschen, z.B. mit Bimsstein aus Griechenland. Dadurch erhält sie den „stone-washed-Effekt“.
 
9. Deutschland:
Hier wird das Firmen-Label in die Jeans eingenäht.
 
 Eine Methode der Fachstelle Minis Freiburg, www.mehr-als-messdiener.de
 
„Die Produktionswege einer Jeans“ von www.praxis-umweltbildung.de/kleidung_kldg_aktionen.php