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Minigeschichten zur Geschichte der Minis

Dauer: ca. 30 Minuten
Teilnehmerzahl: 5-15
Alter: ab 10 Jahren
 
Material:
• Zeitstrahl
• Kärtchen mit Zitaten
 
Ablauf:
• Du führst in das Thema ein, indem du den Minis erzählst, dass es den Ministrantendienst in unterschiedlichster Form schon seit der Zeit der ersten ChristInnen, also seit fast 2000 Jahren, gibt. Natürlich waren damals die Aufgaben noch anders und meist von Erwachsenen durchgeführt, aber im Gottesdienst waren schon immer HelferInnen nötig.
• Jeder Mini erhält nun ein Kärtchen mit einem kurzen Zitat über den Ministrantendienst, das er leise durchliest.
• Danach werden die Zitate nacheinander vorgelesen und der betreffende Mini versucht, sein Zitat einer Epoche zuzuordnen.
• Wenn alle Karten auf den Zeitstrahl gelegt sind und ihr gegebenenfalls einzelne Kärtchen berichtigt habt, unterhaltet ihr euch darüber, welche Veränderungen im Laufe der Geschichte stattgefunden haben und wo der Schwerpunkt des Ministrantendienstes in der jeweiligen Epoche lag.
 
Variante:
• Wenn ihr in einer alten Kirche ministriert, kannst du auch euren Pfarrer fragen oder im Kirchenführer nachlesen, ob es dort Zeugnisse verschiedener Epochen gibt. Dann könnt ihr den Zeitstrahl auch auf die ganze Kirche verteilen, indem ihr Kärtchen mit Jahreszahlen an verschiedene Gegenstände heftet: zum Beispiel Taufstein, Kanzel, Altar, Kelch, altes Messbuch. Ihr könnt dann durch die Kirche laufen und am jeweiligen Ort das entsprechende Zitat vorlesen.
 
Methodenhinweis:
• Auch wenn jeweils eine Jahreszahl angegeben ist, geht es eher um den Inhalt, als um das exakte Datum. Meist war solch ein Text sowieso für einen längeren Zeitraum zutreffend.
 
Anhang:
Kärtchen mit Zitaten
 
Was Ministranten sind, weiß ich nicht. Mein Dienst im Gottesdienst wird Akolyth genannt und ich helfe bei der Vorbereitung der Mahlfeier. (Karte 1)
 
Ich übernehme Aufgaben für die Gemeinde, oft bin ich ganz alleine mit dem Pfarrer am Altar. Das nennt er dann Privatmesse und ohne mich, der ihm die Antworten gibt, dürfte er gar keinen Gottesdienst feiern. (Karte 2)
 
Aus einem Ministrantenkatechismus (Unterrichtsbuch, das jeder Ministrant auswendig lernen musste):          (Karte 3)
Wer freut sich besonders über den Dienst des Ministranten?
Über den frommen Dienst des Ministranten freut sich besonders
1. Der liebe Heiland im Tabernakel,
2. die liebe Mutter Gottes Maria,
3. der Schutzengel des Ministranten,
4. der Namenspatron des Ministranten,
5. jeder anwesende Priester,
6. jeder fromme Kirchenbesucher.
 
Auch wenn ich Latein nicht verstehe, hat uns unser Pfarrer die wichtigsten Gebete gelehrt. Manchmal sind sie so schnell, dass ich nur die ersten Worte spreche, dann etwas vor mich hin plappere um dann das „Amen“ wieder mit allen anderen zu sprechen. Wenn das unser Pfarrer mitbekommen würde, bekäme ich ziemlich Ärger. (Karte 4)
 
Messbuben sind allzeit reine frische Jungen gewesen, keine Schlafmützen und Stubenhocker. Schau Dir Soldaten an, wenn sie zur Parade aufmarschieren. Wie da alles blinkt und blitzt! Wie das sitzt und klappt! Da fehlt kein Pünktchen auf dem i, und Messbuben sollten anders sein, wenn sie vor dem höchsten König ihren Dienst beginnen? (Karte 5)
 
Endlich verstehe ich besser, um was es im Gottesdienst eigentlich geht, da nun alle Gebete und Texte auf Deutsch gelesen werden. So kann ich viel besser mitfeiern und mir auch meine eigenen Gedanken machen, da die Worte des Pfarrers nicht mehr wie geheime Zauberformeln klingen. (Karte 6)
 
Auch wenn ich schon länger ministriere, ist es mir als Mädchen nun endlich auch offiziell vom Papst erlaubt, meinen Dienst am Alter zu verrichten. (Karte 7)
 
Ministrantendienst ist für mich, mehr als nur Messdiener zu sein. Neben den Aufgaben im Gottesdienst gibt es in unserer Pfarrei tolle Gruppenstunden und wir unternehmen auch andere Aktionen gemeinsam. Da macht es Spaß, Ministrant zu sein. (Karte 8)
 
 
Zeitliche Zuordnung der Kärtchen:
• Karte 1: 3. Jh.: erste Gottesdienstformen
• Karte 2: 8. Jh.: Privatmessen
• Karte 3: 1700 – 1969
• Karte 4: 1870
• Karte 5: 1938: militärische Ideale waren hoch angesehen
• Karte 6: 1965: Das II. Vatikanische Konzil führt die Landessprache im Gottesdienst ein
• Karte 7: 1994: Mädchen werden zum Ministrantendienst offiziell zugelassen
• Karte 8: 2010
 
  
Eine Methode der Fachstelle Minis Freiburg, www.mehr-als-messdiener.de